Leitfaden · KI-Suche
GEO-Optimierung: was KI-Suchen von einer Website lesen
GEO heisst Generative Engine Optimization: eine Website so bauen, dass KI-Suchen wie ChatGPT, Claude oder Perplexity sie lesen, verstehen und als Quelle nennen. Ich messe das seit Oktober 2026 an briggeler.ch. Hier steht, was die Crawler tatsächlich abholen, wie oft die KI-Suchen meine Seite zitieren und was ich daraus ableite.
Kurz gesagt: KI-Crawler holen bei mir vor allem robots.txt und Sitemap und danach die Seiten. Zitiert wird, was als Text im HTML steht und eine Frage eindeutig beantwortet. Bei Fragen zu Personen gewinnen heute noch LinkedIn und XING. Wirkung zeigt sich nur in einer Messreihe, nicht in einer einzelnen Abfrage.
Was ist GEO?
Den Begriff Generative Engine Optimization haben Pranjal Aggarwal und fünf weitere Forschende im November 2023 in einer Arbeit auf arXiv eingeführt; die Konferenz KDD hat sie 2024 angenommen. Sie zeigen, dass gezielte Anpassungen am Inhalt die Sichtbarkeit einer Quelle in KI-Antworten um bis zu 40 Prozent erhöhen können, je nach Fachgebiet unterschiedlich stark. Heute meint GEO alles, was eine Website für KI-Suchen lesbar und zitierbar macht: für ChatGPT mit Websuche, Perplexity, Claude und die KI-Übersicht von Google.
GEO ersetzt SEO nicht. Eine KI-Suche findet eine Seite meist über einen Suchindex. Was dort fehlt, landet auch selten in einer Antwort.
Welche Crawler wirklich kommen
Ich habe in den Daten von Cloudflare nachgezählt, welche Crawler briggeler.ch in 30 Tagen besucht haben und was sie abholten.
Abrufe der Steuerdateien durch Crawler, 30 Tage
Drei Dinge fallen auf:
- ClaudeBot ist der fleissigste Besucher, noch vor Googlebot. Er holt robots.txt und Sitemap fast täglich mehrmals.
- OpenAI kommt mit zwei Crawlern. OAI-SearchBot für die Suche in ChatGPT und GPTBot, der die Sitemap liest.
- Die llms.txt holt kein KI-Crawler. Mehr dazu im Leitfaden llms.txt.
Daraus folgt die wichtigste Regel: Wer KI-Crawler in der robots.txt aussperrt, verschwindet aus deren Antworten. Ich lasse alle zu. Eine Sitemap mit aktuellem Datum je Seite zeigt ihnen, was neu ist.
Wie oft KI-Suchen meine Seite zitieren
Seit dem 2. Oktober 2026 stelle ich jeden Monat dieselben fünf Fragen an zwei KI-Suchen und zähle, ob eine meiner Websites als Quelle erscheint. Die ganze Reihe steht im GEO-Tagebuch.
- 3 von 5
- Antworten mit eigener Quelle, 2. Oktober morgens, nur OpenAI, vor den neuen Seiten
- 2 von 10
- 2. Oktober nachmittags, OpenAI und Perplexity
- 1 von 10
- 15. Oktober 2026
Die Zahlen schwanken, und sie sind ehrlich klein. Bei Fragen nach mir als Person stützen sich beide KI-Suchen fast nur auf LinkedIn und XING. Fragen zu meinen Websites beantworten sie dagegen meist aus der Website selbst. Fehler in den Antworten stammten aus veralteten Profilen: Drei Antworten beschrieben mich als Anbieter, weil mein LinkedIn-Titel noch so lautete.
Was ich umgesetzt habe
- Text im HTML. Jede Seite liefert ihren ganzen Text im ersten Abruf. Inhalte, die erst per JavaScript nachladen, sehen viele Crawler nicht.
- Eine Seite je Frage. Für jedes Projekt eine eigene Seite mit Rolle, Zeitraum, Zahlen und Quelle. Eine KI-Suche zitiert lieber einen Abschnitt, der eine Frage ganz beantwortet, als eine Übersicht.
- Strukturierte Daten. Ein Personen-Eintrag mit Profilen und Arbeitgebern, je Seite Brotkrumen und Fragen mit Antworten. So lassen sich Namensvettern auseinanderhalten.
- Profile nachführen. LinkedIn und XING sind für Personenfragen die wichtigsten Quellen. Was dort veraltet ist, steht danach in den Antworten.
- Neue Seiten melden. Nach einer Änderung melde ich die neuen Adressen per IndexNow an Bing und weitere Suchmaschinen. Google wertet IndexNow nicht aus; dort beantrage ich die Indexierung in der Search Console.
- Messen. Feste Fragen an feste KI-Suchen, jeden Monat, dazu die Crawler-Zahlen und die Besuche aus KI-Assistenten in meiner eigenen Zählung ohne Cookies.
Selbst prüfen
Was zwei KI-Suchen auf «Wer ist …?» antworten und welche Quellen sie nennen, zeigt das Werkzeug KI-Sichtbarkeit. Es fragt OpenAI mit Websuche und Perplexity und zeigt, ob die eigene Website unter den Quellen ist.
Was ich nicht mache
- Texte für Maschinen schreiben, die Menschen nicht lesen würden. KI-Suchen zitieren Sätze, die auch für Menschen klar sind.
- Antworttexte von KI-Suchen auf meiner Seite veröffentlichen. Falsche Angaben über mich würden sich sonst über meine eigene Website weiterverbreiten.
- Aus einer einzelnen Abfrage etwas schliessen. KI-Suchen antworten nicht jedes Mal gleich.
Quellen: Cloudflare-Daten von briggeler.ch (3. Oktober bis 1. November 2026), GEO-Tagebuch (Messungen vom 2. und 15. Oktober 2026), Aggarwal und andere, «GEO: Generative Engine Optimization», arXiv 2311.09735. Stand 2. November 2026.
Häufige Fragen
Was ist GEO-Optimierung?
GEO steht für Generative Engine Optimization. Gemeint ist alles, was eine Website für Antworten von KI-Suchen wie ChatGPT, Perplexity oder Googles KI-Übersicht lesbar und zitierbar macht. Der Begriff stammt aus einer Forschungsarbeit von 2023.
Was ist der Unterschied zwischen SEO und GEO?
SEO zielt auf Plätze in der Trefferliste, GEO darauf, in einer KI-Antwort als Quelle zu erscheinen. Die Grundlagen sind dieselben: indexierbare Seiten, Text im HTML, klare Fakten. Bei GEO zählt zusätzlich, ob eine Seite eine Frage in wenigen Sätzen eindeutig beantwortet.
Welche KI-Crawler besuchen eine Website?
Bei mir kamen in 30 Tagen vor allem ClaudeBot, OAI-SearchBot und GPTBot von OpenAI sowie PerplexityBot, dazu Googlebot und bingbot. Sie holten fast nur robots.txt und sitemap.xml und danach die Seiten selbst.
Bringt eine llms.txt etwas für GEO?
Bei mir hat in 30 Tagen kein KI-Crawler die llms.txt abgeholt. Sie schadet nicht und hilft Agenten, die gezielt danach suchen. Für die KI-Suche wichtiger sind robots.txt, Sitemap und Text im HTML.
Wie misst man GEO?
Mit festen Fragen in regelmässigen Abständen an dieselben KI-Suchen und der Zählung, wie oft die eigene Website als Quelle erscheint. Dazu die Zugriffe der KI-Crawler in den Serverdaten und die Besuche, die aus KI-Assistenten kommen.